LinkedIn-Umfrage im beruflichen Umfeld
Wer im beruflichen Netzwerk eine Frage an die eigenen Kontakte stellen will, greift oft zur Umfrage-Funktion, statt einen gewöhnlichen Beitrag zu schreiben. Anders als bei einer anonymen Abstimmung im privaten Umfeld ist eine LinkedIn Umfrage an das berufliche Profil der abstimmenden Person gebunden, nicht an ein anonymes oder frei wählbares Pseudonym.
Start › Plattform-Mechanik
Beim Anlegen wählt die Ersteller:in aus einer festen Liste von Laufzeiten, von einem Tag bis zu zwei Wochen, keine frei einstellbare Zeitspanne. Nach Ablauf dieser gewählten Frist endet die Umfrage automatisch, ohne dass die Ersteller:in noch eingreifen muss.
Anders als eine Umfrage in einer privaten Chat-Gruppe oder auf einer Plattform mit überwiegend privatem Publikum erscheint eine LinkedIn Umfrage grundsätzlich im beruflichen Newsfeed der eigenen Kontakte, eingebettet zwischen gewöhnlichen Beiträgen zu Projekten, Stellenwechseln oder Fachthemen. Diese Einbettung prägt auch, wer eine Umfrage überhaupt zu Gesicht bekommt: in erster Linie das eigene berufliche Netzwerk, nicht ein beliebiges, plattformweites Publikum.
Antwortoptionen und berufliches Profil
Beim Erstellen trägt die Ersteller:in eine Frage und mehrere Antwortoptionen ein, ähnlich wie bei Umfragen auf anderen Plattformen. Der entscheidende Unterschied liegt in der Identität dahinter: Wer abstimmt, tut das mit dem eigenen, echten beruflichen Profil, nicht mit einem anonymen Konto, wie es auf manchen anderen Plattformen möglich ist.
Wie bei anderen Funktionen des Netzwerks sind auch bei einer Umfrage Kontakte, gemeinsame Verbindungen und der berufliche Werdegang der abstimmenden Person grundsätzlich sichtbar, sofern das eigene Profil entsprechend eingestellt ist. Diese Sichtbarkeit unterscheidet die Plattform deutlich von Umfrageformen, bei denen die abstimmende Person unbekannt bleibt.
Bei den Antwortoptionen ist die Ersteller:in nicht völlig frei: Eine Umfrage verlangt mindestens zwei Optionen und lässt sich auf höchstens vier begrenzen, eine offene Freitextantwort sieht das Format nicht vor. Wer mehr als vier Alternativen braucht, muss die Frage in mehrere getrennte Umfragen aufteilen oder die Auswahl vorab reduzieren.
Wer die einzelne Stimme hinter einem Ergebnis sehen kann, hängt zusätzlich von der Sichtbarkeit der jeweils abstimmenden Person ab: Ist deren Profil für ein breiteres Publikum einsehbar, lässt sich oft nachvollziehen, welche Option diese Person gewählt hat, nicht nur, dass sie überhaupt teilgenommen hat. Diese Zuordnung von Person zu gewählter Option unterscheidet die Plattform von einer Umfrage, bei der ausschließlich das aggregierte Gesamtergebnis sichtbar bleibt.
Jede Person kann bei einer LinkedIn-Umfrage außerdem nur eine einzige Option auswählen, nicht mehrere gleichzeitig. Eine Mehrfachauswahl, wie sie manche andere Plattformen für ihre Umfragen anbieten, sieht dieses Format nicht vor.
Neben der eigentlichen Stimmabgabe lässt sich unter einer Umfrage wie unter jedem anderen Beitrag auch kommentieren, unabhängig davon, für welche Option jemand gestimmt hat. Ein Kommentar zählt dabei nicht als zusätzliche Stimme, sondern bleibt ein separates Element des Beitrags, das eigene Reaktionen und Diskussionen ermöglicht, ohne das eigentliche Abstimmungsergebnis zu verändern.
Zusätzlich zur eigentlichen Stimme lässt sich ein Beitrag mit Umfrage auch mit einer Reaktion wie einem Like versehen, unabhängig davon, ob die reagierende Person überhaupt selbst abgestimmt hat. Eine Reaktion zählt dabei nicht als Stimme und beeinflusst das Umfrageergebnis nicht.
Nach der eigenen Stimmabgabe zeigt der Beitrag sofort das bis dahin erreichte Zwischenergebnis in Prozent an, nicht erst nach Ablauf der gesamten Laufzeit. Wer noch nicht abgestimmt hat, sieht dagegen zunächst nur die Frage und die Antwortoptionen, ohne das bisherige Ergebnis.
Wer bei einer Umfrage überhaupt mitstimmen kann, hängt zusätzlich von der Sichtbarkeitseinstellung ab, mit der die Ersteller:in den Beitrag veröffentlicht: Ein öffentlicher Beitrag lässt jede angemeldete Person auf der Plattform abstimmen, ein auf die eigenen Kontakte beschränkter Beitrag dagegen nur das eigene Netzwerk.
Wird der Beitrag mit der Umfrage aus welchem Grund auch immer entfernt, verschwindet damit auch das gesamte bis dahin erreichte Ergebnis, unabhängig davon, wie viele Personen bereits abgestimmt hatten. Eine gelöschte Umfrage lässt sich nicht aus einem Zwischenstand heraus wiederherstellen, sie müsste komplett neu angelegt werden, mit einer erneut eigens gewählten Laufzeit.
Die Laufzeit kommt aus einer festen Liste
Beim Anlegen wählt die Ersteller:in nicht eine beliebige Anzahl an Stunden oder Tagen, sondern eine von mehreren vorgegebenen Laufzeitoptionen, die das Erstellungsformular anbietet. Diese Auswahl lässt sich nach der Veröffentlichung nicht mehr ändern, weder verlängern noch verkürzen.
Nach Ablauf der gewählten Laufzeit endet die Umfrage automatisch und nimmt keine weiteren Stimmen mehr an, das bisherige Ergebnis bleibt aber als abgeschlossener Beitrag im Feed sichtbar. Eine manuelle vorzeitige Beendigung durch die Ersteller:in ist unabhängig davon zusätzlich möglich.
Auch die Formulierung von Frage und Antwortoptionen lässt sich nach der Veröffentlichung nicht nachträglich ändern, ebenso wenig wie die einmal gewählte Laufzeit. Ein Tippfehler oder eine missverständliche Option bleibt damit für die gesamte Dauer der Umfrage bestehen, es sei denn, die Ersteller:in löscht den gesamten Beitrag und legt eine neue Umfrage an.
Wer stattdessen eine anonyme Rückmeldung von Kolleginnen und Kollegen einholen will, muss auf ein externes Umfragewerkzeug außerhalb des Netzwerks ausweichen, weil die eingebaute Umfrage-Funktion selbst keine Anonymisierungsoption anbietet.
Ob eine Umfrage über das eigene persönliche Profil oder über die Seite eines Unternehmens veröffentlicht wird, ändert nichts an der grundsätzlichen Mechanik aus fester Laufzeit und begrenzter Optionsanzahl, wohl aber daran, wessen Reichweite und wessen Kontaktnetzwerk den Ausschlag für die Sichtbarkeit gibt. Eine Unternehmensseite erreicht dabei in erster Linie deren eigene Follower, nicht das persönliche Netzwerk der Person, die die Umfrage tatsächlich erstellt hat.
Eine bereits abgegebene Stimme lässt sich nicht direkt aus der Umfrage zurückziehen, ohne die eigene Auswahl auf eine der übrigen Antwortoptionen umzustellen. Eine vollständige Rücknahme ohne Ersatzwahl bietet das Format nicht an.
Was sich nicht pauschal beziffern lässt
Wie weit ein einzelner Beitrag mit Umfrage über das eigene Netzwerk hinaus verbreitet wird, hängt von Einstellungen ab, die die Plattform für den jeweiligen Feed vornimmt, und lässt sich von außen nicht vorhersagen. Ebenso wenig öffentlich bekannt ist, wie genau die angebotenen Laufzeitoptionen zustande kommen.
Auch wie die angezeigten Prozentanteile pro Option im Detail berechnet werden und ob eine Umfrage im Feed anders priorisiert wird als ein gewöhnlicher Beitrag, macht die Plattform nach außen nicht transparent.
Deaktiviert eine abstimmende Person das eigene Profil, nachdem sie an einer Umfrage teilgenommen hat, bleibt unklar, ob die abgegebene Stimme im späteren Gesamtergebnis weiterhin mitgezählt wird oder aus der Zählung herausfällt. Eine öffentlich einsehbare Erklärung der Plattform zu diesem Randfall liegt nicht vor.
Ob und wie sich die Liste der abstimmenden Personen über die reine Ansicht im Beitrag hinaus exportieren lässt, macht die Plattform nach außen ebenfalls nicht zugänglich dokumentiert.
Ob eine abstimmende Person am Ende der Laufzeit automatisch über das Endergebnis benachrichtigt wird, macht die Plattform nach außen nicht einheitlich transparent. Wer das Ergebnis sehen will, ruft den ursprünglichen Beitrag meist selbst erneut auf.
Fast jeder deutsche Wettbewerb verbietet in den Teilnahmebedingungen gekaufte, künstlich erzeugte und automatisierte Stimmen. Veranstalter können solche Stimmen für ungültig erklären, Teilnehmer ausschließen und bereits zugesprochene Gewinne aberkennen. Ein offener Aufruf an das eigene Publikum, regulär abzustimmen, ist dagegen bei den meisten Organisatoren ausdrücklich erlaubt. Lesen Sie die Bedingungen, bevor Sie handeln.
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Bei Wahlen und Abstimmungen in einer Volksvertretung ist der Kauf oder Verkauf einer Stimme strafbar. Solche Abstimmungen lehnen wir grundsätzlich ab. Bei privaten Gewinnspielen, Leserwahlen und Publikumspreisen entscheidet der Veranstalter über die Regeln; er muss die Teilnahmebedingungen klar und eindeutig angeben und kann Verstöße sanktionieren.
Wir verkaufen nichts und garantieren daher kein Ergebnis. Diese Seite dokumentiert, wie Abstimmungen funktionieren. Kein Anbieter kann verhindern, dass ein Veranstalter Stimmen verwirft oder einen Teilnehmer disqualifiziert. Wenn ein Wettbewerb gekaufte Stimmen ausschließt, ist die Teilnahme verloren, und dagegen gibt es keinen Schutz.
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Fragen
Nein, eine Stimme ist an das eigene, echte berufliche Profil gebunden. Andere Mitglieder mit entsprechender Sichtbarkeit können unter Umständen erkennen, wer wie abgestimmt hat, anders als bei anonymen Umfrageformen.
Nein, die Laufzeit wird beim Anlegen aus einer festen Liste an Optionen gewählt und lässt sich danach nicht mehr verändern. Nur eine vorzeitige Beendigung ist zusätzlich möglich.
Eine Umfrage verlangt mindestens zwei Antwortoptionen und lässt sich auf höchstens vier begrenzen. Diese Zahl legt die Ersteller:in beim Anlegen einmalig fest, eine nachträgliche Änderung ist danach nicht mehr möglich.
Sie nimmt keine weiteren Stimmen mehr an und schließt automatisch, bleibt aber mit dem erreichten Ergebnis als abgeschlossener Beitrag im Feed sichtbar, solange der Beitrag selbst nicht gelöscht wird.
Bis zu zwei Wochen, je nachdem, welche Laufzeit die Ersteller:in aus der vorgegebenen Liste beim Anlegen auswählt. Eine längere, frei gewählte Zeitspanne bietet das Erstellungsformular nicht an.
Das hängt von der Sichtbarkeit des eigenen Profils ab: Ist es für ein breiteres Publikum einsehbar, lässt sich oft nachvollziehen, welche Option gewählt wurde, nicht nur, dass überhaupt abgestimmt wurde. Eine anonyme Teilnahme bietet die eingebaute Umfrage-Funktion nicht.
Nein. Ein Kommentar bleibt ein eigenständiges Element des Beitrags und verändert das Abstimmungsergebnis nicht, unabhängig davon, für welche Option die kommentierende Person zuvor gestimmt hat.
Das gesamte bis dahin erreichte Ergebnis verschwindet zusammen mit dem Beitrag. Eine gelöschte Umfrage lässt sich nicht aus einem Zwischenstand heraus wiederherstellen, sondern müsste vollständig neu angelegt werden.
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